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Italien Lo stato dell arte, Internationale Pressemeldungen zu Konservierung, Restaurierung, Denkmalpflege und Welterbe
21-12-2010
Wolfgang Neustadt

RESTAURO, Forum fr Restauratoren, Konservatoren und Denkmalpfleger;
Heft 5, Juli-August 2010

Italien Lo stato dell arte, Internationale Pressemeldungen zu Konservierung, Restaurierung, Denkmalpflege und Welterbe.

RESTAURO beginnt hiermit mit einer neuen Serie, die knftig aktuelle Nachrichten aus dem Ausland zu Themen wie Konservierung, Restaurierung, Denkmalpflege und Welterbe in loser Folge berblickend zusammenfasst.
Dieser Ansatz erscheint uns in einer Zeit rapide zunehmender Internationalisierung auf allen gesellschaftlichen Feldern quasi berfllig. Die Informationen sollen schwerpunkartig aus zurzeit aktuellen Themen herausgegriffen werden, sie knnen durchaus relativierend zu unserer hiesigen gegenwrtigen Lage stehen und helfen, auch unseren Stand der Dinge (lo stato dell arte) neu einzuschtzen und zu verstehen.
Am Anfang steht Italien mit einem thematisch zusammengefassten berblick aus Pressemeldungen namhafter italienischer Zeitungen zu aktuellen Themen des zurckliegenden knappen halben Jahres.
Der berblick bleibt ohne Anspruch auf Vollstndigkeit, dafr ist die Nachrichtenlage dort auch zu unserem Themenkomplex zumal in diesen bewegten Zeiten sehr weit gefchert und komplex. Viel ist dort in Bewegung.

Denkmalmter vor dem Kollaps.
Auch Italiens Kunst- und Kulturlandschaft wird ordentlich durchgeschttelt. Die Krise greift allenthalben aufgrund unaufhrlich abnehmender Finanzierungsgrundlagen um sich; die Finanzierbarkeit des Verwaltungsapparats hat rapide abgenommen. Und das alles ist wohl nur der Vorgeschmack auf die auch dort gerade am 26. Mai per Gesetz angekndigten Sparmanahmen, deren denkmalpolitische Tragweite aufgrund fehlender Konkretisierungen noch gar nicht berschaubar ist.
Die zentralstaatlich gefhrten Soprintendenze werden seit Jahren finanziell systematisch entkernt. So mussten Budgetkrzungen von bis zu 50 % hingenommen werden. Stellenvakanzen grassieren. Unbesetzte Fhrungspositionen mussten zeitweise schon durch regionbergreifende Doppelbesetzungen kompensiert werden wie z. B. fr Friaul und Verona. Zunehmend bleiben leitende Stellen auch in wirklich bedeutenden
Denkmallandschaften unbesetzt (Mantova, Siena, Turin, Parma, Lucca, Pisa). Staatliche Stellenausschreibungen werden verschleppt oder gar revidiert. So sieht die Finanzausstattung des nationalen Kunst-/Kultusministeriums fr den Zeitraum 2009 bis 2011 Ausgabenkrzungen von ca. 1,4 Milliarden vor. Allein fr den Denkmalunterhalt standen 2005 noch 335 Millionen zur Verfgung, 2009 waren es 179 Millionen Euro. Das Durchschnittsalter der im Kunst- und Denkmalbereich leitend Ttigen liegt noch bei 52 Jahren, zwischen 2011 und 2015 werden dann alle um 1980 eingestellten Beamten in Pension gehen oder gehen mssen, denn nach 40 Jahren Beitrgen ist Schluss. Auch fr groe Namen der italienischen Denkmalpflege wie z. B. Adriano La Regina und Pietro Giovanni Guzzo wird staatlicherseits Schluss gemacht, obwohl sie durchaus noch weitere zwei Jahre anhngen knnten. Eine stilbildende Generation von leitenden Denkmalpflegern lsst sich so wegrationalisieren. Auch werden vonseiten der Beamten vor dem neu drohenden Sparpaket noch mgliche Liquidationen natrlich gern mitgenommen.
Ein Teufelskreis!

Privatisierung?
Steht das Pantheon vor der Privatisierung? Noch nicht ganz. Bezeichnend fr den gegenwrtigen stato dell arte in Italien sind die Vorkommnisse im Pantheon am 28. Februar. Unmittelbar nach Ende eines Nachmittagskonzertes schlossen die Wrter um 17.00 Uhr ab, obwohl die regulre ffnungszeit noch bis 18.00 Uhr reichte. Offensichtlich mangelnde Organisation vonseiten der zustndigen Denkmalbehrde, aber vor allem auch gewerkschaftlich bestimmte Zwnge, so die politisch interessierte Unterstellung, waren Schuld an diesem Debakel. Nach Meinung von Kultur-/Kunstminister Sandro Bondi sollten Denkmler und Museen zuknftig privaten Trgern und die Betreuung dem kulturell gebildeten Prkariat berlassen werden. Sogleich wrden dann Skandale dieser Art der Vergangenheit angehren. Damit scheint der Weg vorgezeichnet.

Fderalismusreform.
Ein groes Thema, das das Kulturerbe und den Denkmlerbestand in Italien auch direkt betreffen wird, ist der gerade verabschiedete erste Schritt der Fderalismusreform (decr. leg. att. 42/2009). Sie sieht die bergabe von Staatsbesitz an die Regionen und Kommunen vor. Dazu gehren ca. 19 000 Immobilien, d. h. 9 000 Gebude und 9 800 Grundstcke wie Kasernen, Seen, Flsse und Meeresabschnitte in einem aktuellen Gesamtwert von ca. 3,2 Mrd. In jeder Beziehung national bedeutendes Eigentum verbleibt beim Staat (u. a. Pantheon, Kolosseum, Po, Lago di Garda, Lago Maggiore etc). Zwar sind die umfangreichen Details auch hier noch nicht bekannt, jedoch wird die Liste der infrage kommenden Besitztmer durchaus auch regional und kommunal bedeutenden Denkmalbestand umfassen. Natrlich geht es um eine groe gesamtstaatliche Entschuldungsaktion der Lnder, Kommunen und des Staates selbst. So liee sich der Besitz umgehend privatisieren und/oder aber Lnder und Kommunen kaufen. Die immanenten Gefahren fr das Kunst- und Kulturerbe Italiens werden schnell klar, als durchaus die neuen Trger versucht sein werden (mssen), zumindest mittelwertigen Denkmalbestand unmittelbar zu verwerten.

Das Arsenal in Venedig.
So wurde ganz exemplarisch kurz vor dieser Fderalismusreform durch das Verteidigungsministerium versucht, direkt noch schnell staatlich Kasse zu machen. Dabei geht es u. a. darum, den bedeutenden Kasernenbestand Venedigs mit dem Arsenal zwar im staatlichen Demanialbesitz zu belassen, aber eigenstndig touristischen Zwecken zuzufhren mit Umnutzung z. B. zu einem Freizeit-/Hotelresort. Ganz offensichtlich eine absolute Verkennung der kulturgeschichtlichen Bedeutung des Arsenals fr Venedig und
das Welterbe.

Torcello.
Im Reigen der alltglichen Hiobsbotschaften bekommt der jetzt erkannte dramatische Zustand der Basilika Santa Maria Assunta auf der Insel Torcello bei Venedig neue traurige Bedeutung. Der Turm wurde gerade erneut geschlossen aufgrund akuter Einsturzgefahr, die Mosaiken der Fassade sind bedroht, ebenso wie Torcellos Santa Fosca, die unbersehbare Risse und akuten Wassereintritt zeitigt. Staatliche Zuschsse liegen auf Eis, akut helfen knnen nur noch private Sponsoren, so zumindest der Wunsch des zustndigen Patriarchen.

Sponsoring.
Vor diesem Hintergrund stehen dann Meldungen, auch hier wieder exemplarisch Venedig betreffend, ber gelungenes Sponsoring in neuem Licht. So setzt sich die Stiftung Fondazione Buziol seit Jahren fr verantwortungsvolle, aber staatlich geleitete
Restaurierungen in Venedig ein. Diesmal zeigte die Fassade der Ca Rezzonico whrend der Arbeiten groflchige Werbebanner mit Reproduktionen des im Innern ausgestellten modernen Sammlungsbestands. Nur eine von zunehmend intelligent umgesetzten Ideen. Ostern ffnete sich die Baustelle, die Gerste waren fr Interessierte zugnglich. Und auch der berhmt kritisch aufgeschlossene Brgermeister Massimo Cacciari war natrlich voll des Lobes. Noch vor zehn Jahren ahnte niemand, wie sehr sich privates Sponsoring, intelligent eingesetzt, zum Wohle der Lagune entwickeln knnte, so Cacciari.
In Italien steht aber auch die Getty-Stiftung namhaft im Vordergrund. So sponsort Getty seit
2007 die Voruntersuchungen von Probefeldern in der Peruzzi- und Bardi-Kapelle von Santa Croce in Florenz (s. u.).
Zum andern ist die Restaurierung des seit der Flutkatastrophe 1966 nur notgesicherten Abendmahls von Vasari jetzt gerade perfekt gemacht worden. Neben staatlichen Zuschssen wird Getty 300 000 beisteuern, dass das Hauptwerk 2016 zum 50. Jahrestag der Flutkatastrophe wieder im Santa Croce- Museum Aufstellung finden kann.
Interessant ist Gettys Auflage, unter Federfhrung des Florentiner Opificio delle Pietre Dure
Restauratoren, auch der Londoner National Gallery, des Metropolitan Museum New York und des Budapester Nationalmuseums, auszubilden (das OPD ist eine der zwei bedeutendsten nationalen Restaurierungsinstanzen neben dem ISCR/Istituto Superiore per la Conservazione e il Restauro, Rom; s.u.).
Bezglich der Rckgabe des 1964 vor Fano aufgefischten Bronzeathleten von Lysipp bleibt der Getty-Trust aber hart. Das Stck wurde ber dunkle Kanle vom Getty-Trust kuflich erworben und erstmals 1974 ausgestellt, trotz 1970 auch von den USA unterschriebener UNESCO-Konvention. Aktuell luft eine Petition namhafter italienischer Intellektueller wie Dario Fo (Literaturnobelpreis), Franca Rame, Massimo Cacciari und anderen. Die bereits mehrfach geprfte und revidierte Rechtslage bleibt aber in der Tat unbersichtlich.

Wiederaufnahme der nationalen Restauratorenausbildung.
Es gibt aber auch trostreichere Nachrichten aus Italien. Die staatlich hchst renommierten Ausbildungskurse am Florentiner Opificio sowie am ISCR in Rom sollen nicht mehr wie bisher (d. h. im Januar), sondern ab jetzt neu im Oktober 2010 beginnen. Sicher auch eine politische Reaktion auf das neue Restauratorengesetz (dazu ist ein gesonderter RESTAURO- Beitrag geplant), zumal der letzte 2005 in Florenz begonnene und krzlich
im Dezember 2009 ausgelaufene Studiengang ohne zwischenzeitliche Nachfolger blieb.
Fr deutsche Bewerber ist es weiterhin praktisch unmglich zu arrivieren, in Florenz z. B.
prsentierten sich jetzt 800 Bewerber fr 15 Studienpltze!
Fr das ISCR in Rom wird es zusammen mit dem Kursbeginn insofern doch noch zu einem
kleinen Triumph, als das Institut gerade erst aus dem Mietvertrag in San Michele a Ripa rausgekndigt wurde, jetzt aber definitiv zentral in San Francesco di Paola angesiedelt sein wird.
Auch Venedig vermeldet diesbezglich trotz allem noch gute Nachrichten. Das Centro Regionale di Restauro (Regionales Restaurierungszentrum Venedig) wurde im Mrz aus der Taufe gehoben. Angegliedert ist eine regionale Restauratorenausbildung, die mageblich
Untersttzung von der u. a. restauratorisch aktiven Universitt Ca Foscari wie auch von der Architekturfakultt IUAV erhalten soll.

Giotto wird es danken.
Im Focus der positiv zu vermeldenden Nachrichten vom Stiefel steht besonders Giotto.
Zum einen gelang es, in der Peruzzi-Kapelle von Santa Croce in Florenz die bei Tageslicht dauerhaft kontur- und kontrastlos stumpf erscheinenden Temperamalereien erst jetzt unter groflchig angeregter UV-Beleuchtung wieder zu unerwartet kontrastreichem neuen Leben zu verhelfen. Mit dieser jngsten Untersuchung schliet sich laut A. C. Quintavalle das kunsthistorisch schwarze Loch zwischen den Scrovegni- Fresken in Padova (1305) und den Malereien in der Magdalenen-Kapelle der Unterkirche in Assisi (ca. 1315). Die durchaus noch vorstellenswerte Entwicklung der speziellen UV-Technologie geht auf die Zusammenarbeit zwischen dem CNR (Consiglio Nazionale delle Ricerche) und der Universitt zurck, jeweils mit Sitz in Florenz. Neben dem Opificio und der Opera di Santa Croce steuerte auch hier wieder die Getty Foundation mageblich zum seit 2007 laufenden Projekt bei.
Zum anderen feiert Assisi Giotto in diesem Jahr ganz gro anlsslich des 700-jhrigen Grndungsjubilums des Franziskaner-Ordens. Nach erfolgtem Abschluss der Restaurierung des 1309 fertiggestellten Giottozyklus in der unteren San Nicolakapelle wurden krzlich zwei Ausstellungen erffnet: Giotto com era (So war Giotto) sowie im nahen Palazzo del Monte Frumentario die Ausstellung I colori di Giotto (Giottos Farben).
Mittels digitaler 3D-Simulation werden dem Besucher zum einen Giottos 28 Fresken der Oberen Basilika ungealtert und pigmentecht nahegebracht. Die Besucher knnen zum andern mit ihren Krperbewegungen in die jeweilige 3D-Szene (Projektionsflche 5 x 4 m) interagierend eingreifen, whrend sich Papst Innocenz III. und der Hl. Franziskus krperlich natrlich bewegen und gar unterhalten. Planung und Umsetzung lagen in den Hnden des ISCR Rom, Giuseppe Basile, Fabio Fernetti sowie des CNR. Die Fresken der Oberen Basilika lassen sich whrend der weiter laufenden Restaurierungsarbeiten auch vom Gerst aus vergleichend im Original begutachten.

Wolfgang Neustadt



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