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Laptop und Lederhose; eine Kritik zum Kulturinfarkt, von allem zuviel und berall das Gleiche; eine Polemik ber Kulturpolitik, Kulturstaat, Kultursubvention, Autoren: Dieter Haselbach, Armin Klein, Pius Knsel, Stephan Opitz, Verlag Knaus, Mnchen,
20-07-2012
Wolfgang Neustadt


In den heiligen Gefilden der deutschen Kunst- und Kulturpolitik verursachte Der Kulturinfarkt einen Aufschrei schmollender Beleidigter. Offenbar traf man damit einen Nerv.
Kritische Reaktionen blieben jedoch bisher berwiegend fachbezogen , d.h. man zeigte sich selbstbetroffen, immer aus der jeweiligen privaten Ecke heraus, keineswegs bergreifend, auf den Gesamtansatz des Buchs bezogen. Gerade aber eine mglichst bergreifende und vorbehaltlose Auseinandersetzung mit dem Thema jedoch kann auch die Vorzge, neben den freilich massiven konzeptionellen Schwchen, deutlich machen. Genau das ist bisher mW noch nicht geschehen. Die Diskussion bedarf dringend einer differenzierteren Versachlichung.

Das Buch ist in seiner Argumentationsweise vielschichtig, analytisch stellenweise brilliant, aber auch unterstrukturiert und repetitiv, gar ausschweifend und somit verwirrend.
Es ist, das wird von den Autoren eingerumt, Pamphlet und Provokation, woraufhin sich frhe, auch namhafte Kritiker allzu schnell beleidigt aus der Affre zogen (so H. Parzinger/ SPK Berlin, in SZ). Gerade die analytischen Anstze mit ihren gesellschafts-/kulturkritischen Verknpfungen in der ersten Buchhlfte machen den echten Streitwert des Textes aus.
Gegenwrtig sind die Diskussionsfronten verhrtet. Zudem: gezielt angesprochen fhlen muss sich bisher leider ja auch niemand. Wie und wo soll denn berhaupt ein notwendiger Diskurs darber in nchster Zukunft zu fhren sein? Welches Gremium bzw. Forum soll berhaupt imstande sein, darber gebndelt zu verhandeln und neue Konzepte entwickeln?

Der von den Autoren angegiftete kulturpolitische Ist-Zustand lsst sich plakativ anhand ihrer provokanten Eingangsthesen so anreien:
 der ffentliche Kulturbetrieb steht kurz vor dem Infarkt;
 d as kulturpolitische Frdersystem ist selbstreferentiell und -legitimierend, es bewegt sich in einem nicht mehr aus sich selbst heraus aufzubrechenden Teufelskreis;
 die sog. Frderfalle: einmal gefrdert - immer gefrdert; Politik und Frderer profitieren von immer denselben Akteuren; die Protagonisten biedern sich system-unkritisch an;
 nur auf der Frdercouch ist Kultur sicher und segensreich; wer subventioniert ist, rebelliert nicht mehr; usw.

Der kritische Begrndungs- und Analyseapparat birgt nachfolgend eine Flle immer wieder erfrischender Anstze, aber nicht durchgehend ganz neuen Datums:
 pointierende Darstellung von der klassisch-frhbrgerlichen Kulturidee und ihrer historischen Entwicklung ber die NS-Kultur bis zur Abwgung des in den 1970iger Jahren entwickelten Konzepts derKultur fr alle;
 kritische Auseinandersetzung mit Benjamin, Adorno (sog. Adornofalle) und Horkheimer;
 sozio-psychologische Komponente des deutschen Kulturbetriebs: aktuelles Kunst- und Kulturvergngen nur gepaart mit Selbstzweifeln mglich; zeitgenssische Kunst ist nur noch ironisierend und gebrochen darstellbar, ihre unmittelbare, ungefilterte Darstellung wre nur Kitsch; brgerlicher Kultur- und Kunstgenuss ist so nur als Selbstzhmung gegen Empathie und Ekstase denkbar; dementsprechende Sinnenfeindlichkeit zB von Architektur oder auch Denkmalpflege an sich;
 die durchschlagende finanzielle Misere der ffentlichen Haushalte seit der Finanz- und EU-Krise ab 2008;
 damit einhergehend die wachsende soziale Krise der vor allem auch in Kultur und Kunst Beschftigten; Unterbezahlung freiberuflich in der Kultur Ttiger; Einstiegsprkariate in Form unbezahlter Praktika und Volontariate;
 generelle Kulturlastigkeit unserer heutigen Gesellschaft.

Der darauf schlielich aufbauende konzeptionelle Hebel steht nun in einem aufllig negativen Widerspruch zur positiv zu bewertenden Analyse. Das Konzept enthlt berwiegend nur oberflchlich populr-kulturell verhaftete Verschlimmbesserungsvorschlge bekannter massenkultureller Couleur. Es ist erschreckend, wie bei soviel Analyse einfach nur die (zwar neumodische) neoliberalistische Idee einer Kulturvermarktung bereits bekannten Stils brig bleiben kann:
 unerbittliche umfassende Ausdehnung des meritorischen Prinzips, d.h. marktwirtschaftlicher Kriterien in den Kunst- und Kulturbetrieb; bereits der aktuelle Istzustand birgt dafr begrndet gengend Sorge;
 bernahme massenrelevanter Verwertungsinhalte und -Formen la US- und 3. Welt-Massenkulturen wie zB Holly-/Bollywood, Disneyland; weiter verstrkte Aufnahme nachfrage- und konsumorientierter Kriterien in den inhaltlich-formalen Konsumhaushalt;
 Kunst und Kultur sollen sich also volkstmlich, populrer (sprich: populistischer) gerieren; auf unsere heimatlichen Gefilde bertragen knnte das zB heien: Lederhosen und Dirndl, Schnupftabakdosen und Lftlmalerei in die Pinakothek der Moderne, oder auch:Jodeln frs Welterbe; immer im Namen und zum Wohle des mndigen Brgers;
 Laptops und Computerspiele in alle Schulen, wiederkehrende Axiome der Propaganda sind Topoi wie Laptops und Kunst oder Laptops und sthetik;
 also: rundum Feier des modernen, sprich populistischen Amateurismus und der Laienkultur, ganz la Laptop und Lederhose (Anm. Autor);
 die geforderte Einbeziehung multiethnischer Kultureinflsse in das nationale Kulturkonzept bleibt jedoch frwahr ein richtiger Ansatz.

Schon entlarvend, wie ideologisch verfangen die Autoren funktionieren. Kein Wort von den unweigerlichen, vor allem den mndigen Brger kompromittierenden wirtschaftlichen Interessen, von der kulturindustriellen Schere, nichts von den mndige Brger umtreibenden kritischen Nachhaltigkeitsaspekten oder gar konsumkritischen Anstzen.
Natrlich besteht zB kein ernsthafter Zweifel daran, dass Digitalisierung, Internet etc die entsprechenden offenen Beteiligungsstrukturen etc auch zu neuen, bleibend kaum absehbaren sthetischen Ausdrucksformen fhren werden oder bereits haben (vgl. zB nur Fotografie und Malerei im 19. Jh., rezenter die Videokunst). Aber medial neue kunst-kulturelle Strukturen werden sich keinesfalls mechanistisch einstellen, wie die Autoren es sich wnschen. Von der bemerkenswert dialektisch geprgten Analyse ist im konzeptionellen Teil rein nichts mehr zu spren.

Das Buch kann leider, trotz seiner (nur) 287 Seiten, noch lnger werden. Gebetsmhlenartig werden bestimmte Kernpunkte wiederholt, wodurch zB den Thesen in der Analyse auch die Schlagkraft genommen zu werden droht. Zum Teil wird leider auch widersprchlich, verworren oder gar peinlich argumentiert (s.o. konzeptioneller Teil). Es fehlt auch eine das Buch in Anlage und Ausfhrung leitende Hand, offenbar werden die Schweizer Verhltnisse eher vorbehaltlos (und unkontrolliert?) auf die deutschen Zustnde bertragen. Stil und thematische Herangehensweise sind mancherorts heterogen. Die Autoren werden zudem leider nicht persnlich vorgestellt, auch stehen sie nicht namentlich fr ihre jeweiligen Beitrge.

Hiermit wurde nun keinesfalls einem Kulturbolschewismus zu Munde geredet. Auch wird diesem hier vorgebrachten kritischen Versuch ebenfalls ein gewisses inhrentes spt brgerliches Erbe mit entsprechend eingelagerten Widersprchen nicht grundstzlich abzusprechen sein. Was aber nichts am grundkritischen Ansatz zum Buch ndert.
Das Buch sollte trotz allem grundstzlich positiv als Diskussionsansto verstanden werden und keinesfalls sofort in den blichen Schubladen der Betroffenheit eines aufgesetzt wirkenden Entsetzens verschwinden drfen. Die Diskusssion aufrecht zu erhalten, vielleicht auch sie zu versachlichen, das war hier das bescheidene Anliegen. Der ffentlich getragene Kulturbetrieb muss reagieren, hoffentlich aber nicht zu langsam oder gar zu spt. Die Fronten und Streitpunkte sind deutlich, es gibt gegen die Thesen des Buches in der Tat vieles zu verteidigen.
Die Diskussionsplattform ist hingegen noch nicht ausgemacht.

Einige provokante, gleichwohl treffsichere Thesen des Buches lassen sich natrlich spielend auf Bamberger Verhltnisse etc herunterbrechen. Der hiermit begonnene Faden soll fortlaufend auch mit beispielhaften entsprechenden Ereignissen weitergesponnen werden, zB:
 infrastrukturelle Subventionszwnge und -Fallen: Beispiele fr die Kunst und Kultur ad absurdum fhrende, sie gar pervertierende staatliche Frdermechanismen;
 Kunst und Kultur als Notlsungen (whleraktivierend und meinungsfrdernd);
 Sinn oder Unsinn von Kunst am Bau?;




http://www.bamberger-onlinezeitung.de/2012/07/20/%E2%80%9Elaptop-und-lederhose/#more-8127


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